Cherax holthuisi - Aprikosenkrebs

geschrieben von  Brigitte Cobb
Letzte Änderung am 05.03.2017 von Kai A. Quante
Deutscher Name:
Aprikosenkrebs
Wissenschaftlicher Name:
Cherax holthuisi
Herkunft / Verbreitung:
Papua oder Irian Jaya, Vogelkop-Halbinsel
Geschlechtsunterschiede:

wie bei anderen Australischen Krebsen

Größe der Weibchen in mm:
8-10cm
Größe der Männchen in mm:
8-10cm
Schlüsselmerkmale:

Auffällig kleine Augen. Es handelt sich um eine troglodyte Art(=Höhlenbewohner) wie bei Procambarus milleri.

Alterserwartung:
mehrere Jahre
Beckeneinrichtung:

Verstecke aus Wurzeln und Steinen

Futter:

Aas,getrocknete Blätter(Eichenlaub)sowie Frostfutter und Futtergranulat, sowie Tetra Pro Vegetable(mit Spirulina); Achtung: Stark eiweißhaltiges Futter darf nur in geringen Mengen verfüttert werden, da die Tiere sonst eine Schockhäutung machen und schnell ableben!
(Sven Gehrmann, nach Rücksprache mit einem Großhändler)

Verhalten:

Sehr friedliche Art die auch untereinander keinerlei Agression zeigt.
Sven Gehrmann: Obwohl ich in einem 1m Aquarium nur Männchen hielt(4 Exemplare), gab es nicht einmal bei Häutungen Übergriffe. Ich vermute, daß der Ausfall von Karl Zöllner(siehe unten) auf die aasfressenden Eigenschaften zurückzuführen sind.
Karl Zöllner:
In einem 80cm.AQ hielt ich ein Paar.Das Männchen zerlegte das Weibchen nach 3 Tagen.

Vergesellschaftung:

Mit Fischen problemlos möglich.(Diamant-Regenbogenfisch, Küssender Gurami und Saugschmerlen unproblematisch; S. Gehrmann)
Meine gelben Cherax spec. fressen gerne Schneckenbuntbarsche und Grundeln, jedoch ungern Guppies.(Karl)Und Süßwasserplattfische(S. Gehrmann). Offensichtlich sind sie meister darin, bodenorientierte Tiere zu erjagen.

Art der Vermehrung:

Die Männchen führen Regelrecht eine Art "Hochzeitstanz" auf. Sie laufen aufgeregt durchs Becken und fangen so bald Sie ein Paarungsbereites Weibchen getroffen haben, mit den Scheeren an, gegen die Scheeren des Weibchen zu klopfen. Dieses ist wiederholt zu beobachten. Ebenso werden die Antennen des Weibchens mit den eigenen "zärtlich" berührt. Zwischendurch ist zu beobachten das das Weibchen immer wieder seine Pleopoden putzt. Zur Eiablage kommt es innerhalb von max. 24 Stunden nach der Paarung. Die Eier haben eine dunkelbraune bis dunkelrote Färbung. Nach dem Schlupf sind die Jungkrebse schon genauso schön Orange/Apricot wie Ihre Elterntiere! Anmerkung hierzu: Es gibt auch graue bis beigefarbene Exemplare dieser Krebsart.

Gelegegrößen / Nachwuchsanzahl:
Gelegegröße hängt von der Grösse des Weibchens ab. Ca. zwischen 40-80 Stück. Es entwickeln sich aber weitem nicht immer alle Eier.
Häufigkeit der Vermehrung:
Ca. alle 3 Monate
Zucht:

In einem 370 Liter Becken halte ich 2 Männchen und 3 Weibchen. Es ist kein Fischbesatz vorhanden. Wassertemperatur ca. 25 Grad.
Bis auf das die Krebse Ruhe haben sollten ist nichts besonderes zu beachten.Steinaufbauten aus Kalkhaltigem Gestein haben sich als Laichhöhlen bewährt. Nach der Paarung verstecken sich die Weibchen sehr Intensiv, so das mann schon sehr genau suchen muss um diese irgendwann einmal wieder zu Gesicht zu bekommen. Die Zeit bis die Jungkrebse geschlüpft sind un die Mutter verlassen ist relativ lang. Bei ca. 25 Grad Wassertemperatur dauert es ca. 7-8 Wochen!

Bemerkungen:

Diese Art ist der ideale Aquarienkrebs für bepflanzte Aquarien, weil er sich nicht an den Pflanzen vergreift. Er kennt Pflanzen nicht als Nahrung, da er in pflanzenlosen Habitaten vorkommt. Innerartlich ist diese Art friedlich und kann mit den meisten Fischen gut vergesellschaftet werden. Leider dauert die Nachzucht verhältnismäßig lange und die Bruten wachsen auch sehr langsam. Die Art sollte von engagierten Aquarianern für die Zukunft nachgezüchtet werden, da sie leider nur sehr sporadisch importiert wird. Außerdem kann es passieren, daß man aus Importsendungen fast nur Männchen erhält...

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