Macrobrachium agwi - AGW Großarmgarnele

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Letzte Änderung am 05.03.2017 von Kai A. Quante
Deutscher Name:
AGW Großarmgarnele
Wissenschaftlicher Name:
Macrobrachium agwi
Beschrieben von, am:
Werner Klotz, 2008
Herkunft / Verbreitung:
Cooch Behar, Ost Indien
Beschreibung:

Mittelgroße Macrobrachium Art mit unbehaarten Scherenbeinen. Charakteristisch ist ein helles Querband an der Wurzel des Schwanzfächers.

Geschlechtsunterschiede:

Männchen etwas größer, schlanker, mit kräftigeren Scherenbeinen.

Größe der Weibchen in mm:
bis 49 mm
Größe der Männchen in mm:
bis 54 mm
Schlüsselmerkmale:

unbehaarte, fein bedornte Scherenbeine, helles Querband an der Wurzel des Schwanzfächers

Wassertemperatur:
20-26°C
Beckengröße:
ab 70 Liter
Beckeneinrichtung:

ausreichend Versteckmöglichkeiten in Form von Felsaufbauten oder Wurzelwerk
Klotz: Über die Haltung dieser Art gibt es bisher nur wenige dauerhafte Erfahrungen. Es kann aber angenommen werden, dass die Tiere ähnliche Ansprüche stellen wie die bekannteren Vertreter der Ringelhandgarnelen, also mit mittelhartem, sauerstoffreichem Wasser und Temperaturen bis etwa 28 °C gut zu Recht kommen. In den natürlichen Habitaten der Tiere gibt es nur wenige Wasserpflanzen. Versteckmöglichkeiten in Form von Steinaufbauten oder Wurzelwerk werden den Tieren als Beckeneinrichtung eher gerecht als eine dichte Bepflanzung. Versteckmöglichkeiten müssen den territorial veranlagten Tieren der Gattung Macrobrachium aber immer geboten werden um frisch gehäuteten oder schwächeren Tieren Rückzugsmöglichkeiten zu bieten.

Art der Vermehrung:

In Süßwasser möglich, Jungtiere vom Schlupf an benthisch.

Gelegegrößen / Nachwuchsanzahl:
ca. 20
Zucht:

Klotz: Wie alle Arten der Gattung aus den ostindischen Mittelgebirgsbächen tragen trächtige Weibchen von M. agwi an den Schwimmbeinen eine relativ geringe Anzahl von großen Eiern, aus denen weit entwickelte Larven schlüpfen. Diese sind vom Schlupf an das Leben am Bodengrund und das Süßwasser angepasst und können einfach im Becken mit den erwachsenen Tieren aufgezogen werden.

Bemerkungen:

Klotz: Die von mir neu beschriebene Art gehört zu einer Gruppe von mittelgroßen Arten welche die Gewässer der Mittelgebirgsregionen an den Südhängen des Himalaya bewohnen. In der Aquaristik sind hier in erster Linie 3 Arten aus der Gruppe der Ringelhandgarnelen bekannt geworden: Macrobrachium assamense, M. dayanum und M. hendersoni. Gerade die ersten beiden Arten werden sein vielen Jahren gerne gepflegt, da sie sich im Aquarium willig fortpflanzen. Alle Arten von Ringelhandgarnelen weisen gerillte und mit feinen Härchen besetzte Scherenfinger am zweiten Scherenbeinpaar auf. Als Beifang bei anderen Garnelenarten gelangte in Einzelfällen auch noch eine andere Macrobrachium Art, M. kempi in heimische Aquarien. Männchen dieser Art zeigen keine Rillen an den Scherenfingern, die „Handflächen“ dieser Scheren weisen aber an der Unterkante einen Streifen einer dichten, feinen Behaarung auf. Die neu beschriebene M. agwi zeigt vom allgemeinen Körperbau, speziell aber auch im Bau der Scherenbeine große Ähnlichkeit mit diesen Arten, besitzt aber keine Behaarung an Scherenfingern oder Handflächen. Von einer weiteren Art aus Nordindien, M. altifrons, welche ebenfalls keine Behaarung der Scherenbeine aufweist, kann unsere Art durch eine abweichende Bezahnung der Scherenfinger unterschieden werden.
Im Aquaristikhandel erkennt man M. agwi neben dem allgemeinen Körperbau an der Lebendfärbung. Auf einer rotbraunen, manchmal auch gräulichen oder bläulichen Grundfärbung zeigen die Tiere an der Basis des Schwanzfächers einen breiten helleren Querstreifen.
Benannt wurde die neue Art nach der Arbeitsgemeinschaft Wirbellose des Binnenlandes, kurz AGW, einem losen Zusammenschluss von an wirbellosen Wassertieren interessierten Aquarianern und Fachleuten (http://www.wirbellose.de/).

Literatur:

Klotz, W. (2008)
Macrobrachium agwi - a new species of freshwater prawn (Decapoda: Palaemonidae) from East Bengal, India. Zootaxa 1844: 47-54
Tiwari, K.K. (1955). Distribution of the Indo-Burmese freshwater prawns of the genus Palaemon Fabr. and its bearing on the Satpura hypothesis. Bulletin of the National Institute of Science of India, New Delhi, 7:230-239

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