Die Art kommt aus dem Hoa Creek in Irian Jaya (heutiges Indonesien), woraus sich der ehemalige Handelsname ergab. Chris wählte bei seiner wissenschaftlichen Beschreibung den gut gewählten Artnamen „pulcher“, was auf Latein „schön“ bedeutet.

Aussehen

Diese Krebse erreichen eine Gesamtkörperlänge ohne Scheren von 15 cm. Die Grundfarben des Körpers sind Rosa und Blau in unterschiedlicher Intensität. Die Jungtiere sind allerdings nur unauffällig gefärbt. Die Geschlechter sind gut zu unterscheiden, da die Männchen an der weißen Scherenaußenseite eine längliche, blasenförmig glasige Stelle bekommen. Die Weibchen dagegen sind einfach an den beiden ovalen glasigen Geschlechtsöffnungen (Gonoporen) zu erkennen.

Cherax pulcher Männchen
©Roland Emmenlauer

Haltung

Da diese Krebse ein wenig lichtscheu sind, kommen sie meist aus ihren Verstecken sobald die Lichter aus sind. Um sich am Tag zu verstecken benötigen sie Höhlen, wozu sich zum Beispiel halbierte Kokosnüsse oder einseitig offene Bambusrohre eignen. Jungtiere sind noch scheuer und graben sich ihre Verstecke im Boden unter den Einrichtungsgegenständen. Als Bodengrund eignet sich feiner oder grober Kies.

Desweiteren können größere Steine, Wurzeln, oder Pflanzen wie die auf Holzwurzeln befestigte Anubias-Arten als Einrichtung genutzt werden. Wichtig ist eine gute Aquarienabdeckung, da die Krebse an der Silikonverklebung hochklettern und somit aus dem Aquarium steigen können.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 20°C und 25°C liegen. Der pH-Wert sollte zwischen 6,5 und 7,5 bei mittelhartem bis hartem Wasser liegen.

Cherax pulcher von der Seite
©Kai Quante

Futter

Als Hauptfutter dient im Herbst gesammeltes Eichen- und Buchenlaub, das in einem mit Aquarienwasser gefüllten Eimer eingeweicht wird, bis es von alleine unter geht. Eine Gruppe von fünf bis zehn Krebsen vertilgt ohne Probleme pro Woche eine Hand voll Blätter. Neben Laub können die Krebse mit Frostfutter und gefrorenem Gemüse, wie z.B. Blattspinat oder Erbsen gefüttert werden.

Auch gefrorene rote Mückenlarven oder anderes Frostfutter wird angenommen. Bei sehr proteinhaltigen Futter ist Vorsicht geboten. Wird großen Krebsen derartiges Futter längere Zeit gegeben, kann es aufgrund des zu starken Wachstums im alten Panzer zu Nothäutungen kommen, die aufgrund des noch nicht fertig ausgebildeten neuen Panzers dann zu Todesfällen führen kann.


Tipp: Laubfütterung führt schnell dazu, dass sich der Filter zusetzt. Daher sollte ein gut zu reinigender großer Mattenfilter mit Luftheber verwendet werden.

Cherax pulcher von der Seite
©Kai Quante

Vergesellschaftung

In einem 100 Liter Aquarium dürfen bis zu zwei Männchen, vier Weibchen und einige Jungkrebse gehalten werden. Dieser Maximalbestand wird durch die Menge des Futters und der Versteckmöglichkeiten bestimmt. Da Krebse, welche keine Versteckmöglichkeit während des Häutens finden, gefressen werden.

Fischen gegenüber verhalten sich die Cherax sehr friedlich. Schwertträger eignen sich ganz gut, wobei die Fische den kleinen Krebsen nachgestellt haben. Auch die Vergesellschaftung mit Saugwelsen wie Ancistrus ist problemlos möglich, wobei man darauf achten muss, dass für alle genügend Höhlen zur Verfügung stehen.

Zwerggarnelen als Gesellschaft zu halten ist auch gut möglich, da der durch die Krebse produzierte Mulm Futter für Garnelen ist.

Schwertträger mit Cherax Pulcher im Aquarium
©Kai Quante

Zucht

Nachfolgende Angaben bezüglich der Zucht geben meine Erfahrungen wieder. Meine Tiere züchte ich bei ca. 20 °C bis 22 °C, pH-Wert um 6,5 bis 7 und dGH um 10. Bei diesen Werten tragen die Weibchen bei mir maximal drei Mal pro Jahr Eier mit einer Entwicklungsdauer von vermutlich ca. 4 bis 6 Wochen.

Die Anzahl der Eier dürfte bei großen Weibchen maximal 200 betragen, wobei sie in der Regel wesentlich darunter liegt und bei 50 bis 80 Eiern schon recht gut ist.

Die Eier sind oval und knapp 2 mm lang. Befruchtete Eier sind dunkelbraun und im späteren Entwicklungsstadium jeweils zur Hälfte hell und dunkel gefärbt. Unbefruchtete Eier sind hell und teils orange.

Cherax pulcher Weibchen mit Eiern
©Kai Quante

Larvenstadium

Nachdem die Larven aus den Eiern geschlüpft sind, machen sie noch einige Häutungen unter dem Schwanz der Mutter durch, eh sie mit ca. 4 Wochen die Mutter das erste Mal verlassen.

Über eine Dauer von ein bis zwei Wochen verlassen die kleinen Krebse dann nachts den Schutz des Elterntieres, um nach Futter zu suchen. Tagsüber versammeln sich alle Jungtiere wieder in der Höhle unter dem Schwanz der Mutter.

Das Weibchen hat während dieser Zeit keine Fraßhemmung, sondern frisst weiterhin Laub, stellt aber ihrem Nachwuchs nicht nach.

Cherax pulcher Weibchen mit Larven
unter dem Schwanz. ©Kai Quante

Jungkrebsstadium

Die Jungkrebse sind beim Verlassen der Mutter knapp 7 mm groß und können getrennt aufgezogen werden. Die Aufzucht der jungen Cherax gelingt mit feinem Granulatfutter, Artemia und Laub.

Bei mir haben sie bei normaler Fütterung innerhalb von 9 Monaten 6 cm Körperlänge erreicht.

Die kleinen Krebse leben sehr versteckt und graben sich im feinen Kies unter den Einrichtungsgegenständen regelrechte Gangsysteme, was bei der Einrichtung zu berücksichtigen ist. Die Geschlechtsreife ist mit ca. 8 cm ungefähr nach einem Jahr erreicht.

Junge Cherax pulcher auf Laubblättern
©Kai Quante

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