Die geschlüpften Juntiere können mit Artemia oder fein zerriebenem Flockenfutter ernährt werden. Im gut eingefahrenen Becken vermehren sich die Tiere ohne Zutun des Besitzeres.
Die Garnelen ernähren sich von Aufwuchsorganismen (Fadenalgen, Kieselalgen, andere einzellige Algenarten sowie Mückenlarven)[3]. P. antennarius ist zweijährig, aber bereits im ersten Lebensjahr fortpflanzungsfähig, 28-42 Eier werden im Zeitraum Mai-Juni an den Pleopoden befestigt, im Zeitraum Juli-August schlüpfen die Jungtiere.[3] Diese machen in ihrer Entwicklung 3 larvale und 2 postlarvale Stadien durch, nach 13-16 Tagen, vom Schlüpfen gerechnet ist das adulte Stadium erreicht [7].
Neben den Vorkommen im Süßwasser sind aber auch Brackwasservorkommen beschrieben worden [6,7]. Hier muss auch erwähnt werden, dass P. antennarius eng mit der nordeuropäschischen Brackwassergarnele P. varians verwandt ist, von der sie erst 1938 als selbständige Art abgetrennt worden ist.
Von der ähnlichen europäischen Süßwasserart Atyaephra desmarestii ist P. antennarius durch das verlängerte 2. Laubeinpaar zu unterscheiden.
Als einheimische (europäische) Art und harmloser Allesfresser ist dise Garnele für die Haltung im Süßwasseraquarium ein interessanter Kandidat. Aufgrund der beschränkten Verbreitung der Art auf den südlichen Gardasee und dem völligen Fehlen in anderen Oberitalienischen Seen muss aber geschlossen werden, dass diese Art sehr spezifische Ansprüche an die chemischen und physikalischen Parameter seines Biotops stellt.
Von ihrer Physiologie her ist P. antennarius an das Leben im Süßwasser nur schlecht angepasst, da die Garnele durch den Harn ausgeschiedene Salze nur zum Teil wieder rückresorbieren kann. Auch über die Körperoberfläche verlieren die Tiere Salze. Untersuchungen von Obermüller [1] konnten zeigen, dass besonders die Konzentration von Na+ und Ca++ Ionen im Hälterungswasser von entscheidender Bedeutung für das Überleben der Garnelen ist. Im Aquarium konnte P. antennarius in reinem Süßwasser nicht über längere Zeit am Leben gehalten werden, auch nicht in original Gardaseewasser. Eine Meersalzzugabe von 3-5 Promille verringerte die Mortalität fast vollständig. Obermüller fand für Na+ eine überlebensnotwendige Schwellkonzentration von 8,7 mM Na+/l (in 6%igem Brackwasser). In Gardaseewasser scheint die im Vergleich zum Brackwasser hohe Konzentration von Ca++ Ionen den Ionenverlust über die Körperoberfläche günstig zu beeinflussen. Hier lag die Schwellkonzentration von Na+ bei nur 0,125-0,183 mM/l. Andere Ionen (Mg++, K+, Cl-) zeigten für das Überleben der Tiere weniger Bedeutung.
Die überlebensnotwendigen Ca++ Konzentrationen lagen bei 0,09 mM Ca++/l in 4 Promille Brackwasser und im Gardaseewasser bei 0,8 mM Ca++/l.
Dass im Gardasee die Garnelen bei Na+ Konzentrationen leben, bei denen sie im Aquarium nicht am Leben erhalten werden konnten, wird durch erhöhte Permeabilität der Garnelenoberfläche für Salze unter Stressbedingungen erklärt.
Weitere limitierende Faktoren für das Überleben und die Vermehrung von P. antennarius sind die Wassertemperatur und der pH Wert. P. antennarius benötigt eine Temperatur von über 18-20 Grad Celsius über einen Zeitraum von 3-4 Monaten pro Jahr. die Art ist nur in Gewässern mit einem pH Wert >8,0 zu finden[4,5].
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die europäische Süßwassergarnele Palaemonetes antennarius im Aquarium ab besten in Brackwasser mit einem Salzgehalt zwischen 3 und 5 Promille, bei einem pH Wert >8,0 und Zimmertemperatur gehalten werden kann.

0 Kommentare