Austropotamobius torrentium - Steinkrebs

geschrieben von  Brigitte Cobb
Deutscher Name:
Steinkrebs
Wissenschaftlicher Name:
Austropotamobius torrentium
Beschreibung:
Der Steinkrebs ist von den Körperproportionen dem Edelkrebs ähnlich, doch erreicht er nie seine Größe. Die Farbe schwankt zwischen einem beigen Braun bis zu bläulich bis grünlichen Braun.Es gibt aber auch hellblaue Exemplare. Die Scheren des Steinkrebses sind kräftig. Die Unterseite der Scheren ist beige bis weiß, die Oberseite wie der Rest des Körpers. Männliche Steinkrebse können bis 10 cm Körperlänge erreichen. Meist bleiben sie aber (wie die Weibchen) deutlich kleiner.
Der Steinkrebs hat nur eine Postorbitalleiste (an der Oberseite des Carapax hinter den Augen sitzende Höcker).
Futter:
Allesfresser, mehr carnivor. In kleinen Gewässern wird auch am Ufer gejagt. Lebt von Wasserinsekten ( Larven von Eintagsfliegen, Köcherfliegen, Steinfliegen....) und auch von eingetragenem Herbstlaub. Lebt auch in Gewässern ohne Makrophyten.
Art der Vermehrung:
Im Herbst erfolgt die Paarung. Dabei werden die Weibchen von den Männchen mit den Scheren festgehalten und auf den Rücken oder in Seitenlage gedreht. Die Weibchen sind bei Paarungsbereitschaft kooperativ, so daß auch weitaus kleinere Männchen in der Lage sind, körperlich überlegene Weibchen zu begatten. Bei dieser Begattung heften die Männchen mit ihren „Gonopoden“ kleine weiße, etwa 0,7 mm starke stäbchenförmige Spermatophoren an den Weibchen an. Diese sind meist ventral zwischen den letzten Schreitbeinen oder am Schwanzfächer zu finden.

Paarung: Okt. – Nov.
Eiabstoss: Stunden bis 14 Tage nach Paarung
Schlupf der Larven: Juni
Jungkrebse: nach ca. 14 Tagen
Bemerkungen:
Lebensweise:
Dämmerungs- und Nachtaktiv.

Habitat:
Der Steinkrebs besiedelt kalte, auch sehr kleine Bäche oder hochliegende kühle Seen. Das Gewässer muß mindestens 8° C im Sommer erreichen. Sein Temperaturoptimum für diese Zeit liegt zwischen 14 – 18° C, über 23° C wird es für ihn kritisch. Gräbt kleine Höhlen unter Steinen, Wurzeln und Totholz. Leidet unter dem Eintrag von Schwemmstoffen (meist durch landwirtschaftlich genutzte Flächen, die an ein Gewässer angrenzen) weil seine Wohnhöhlen mit Sediment angefüllt werden. Lebt auch in extremen Gebirgsbächen, außer in solchen mit großer Geschiebeführung bei Hochwasser. Reagiert empfindlich auf chemische Verschmutzung, besonders auf Insektizide. Ist aber auch gegenüber organischen Belastungen empfindlicher als der Edelkrebs.

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