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Potamonautes orbitospinus – Malawisee-Krabbe
Malawisee-Krabbe (Potamonautes orbitospinus)
Handelsname
Malawisee-Krabbe
Wissenschaft­licher Name
Potamonautes orbitospinus
Beschreibung

Jetzt wird es wissenschaftlich. Die Malawisee-Krabbe gehört zur Klasse Crustacea (Krebse), Unterklasse Malocostraca, Überordnung Eucarida, Ordnung Decapoda (Zehnfußkrebse), Unterordnung Reptantia, Abteilung Brachyura (Echte Krabben). Diese Abteilung der "Kurzschwänze" (gr. brachys = kurz, oura = Schwanz) beinhaltet ca. 4550 Arten in verschiedenen Familien, eine davon ist die Familie Potmonidae, die Süßwasserkrabben, zu denen die Malawisee-Krabbe gehört. Der wissenschaftliche Name wird meistens mit Potamonautes orbitospinus angegeben, ganz gesichert ist dies aber nicht. Doch das kennen wir ja bereits von den ständigen Namenswechseln der Fische zur Genüge. Vertreter der Familie Potamonidae kommen in vielen Gegenden vor, so in Südamerika, in Seen Italiens und Griechenlands, im oberen Kongo sowie in Gebirgsbächen des Kaukasus. In feuchten Waldgebieten leben die Krabben teilweise amphibisch, einen längeren, teilweise tagelangen Aufenthalt außerhalb des Wassers ermöglichen ihnen die gut abgedichteten Kiemenhöhlen.

Geschlechts­unterschiede

Weibchen haben eine breite, bis an die Beinansätze reichende Bauchklappe. Männchen haben nur eine schmale Bauchklappe

Becken­einrichtung

Daher sollte man Aufbauten so errichten, daß den Fischen stets ein Fluchtweg offen bleibt. Pflanzen wurden dagegen auch nach einwöchiger Hungerperiode nicht angefressen.
Allzu großen Wert auf seine Beckeneinrichtung sollte man nicht legen, die Krabbe schafft es ohne weiteres, tennisballgroße Steine zu bewegen, was sie auch gerne tut. Sie gräbt ständig im Kies herum, sodaß des öfteren schon mal Pflanzen ihres Haltes beraubt werden.
Da alle Potamonautiden wahre Kletterkünstler sind, sollte man darauf bedacht sein, das Becken immer gut abzudecken. Bei Uka Aquarienbau sind drei Tiere ausgebrochen, zwei der verdammt schnellen Flüchtlinge wurden wieder eingefangen, einer blieb bis heute verschwunden. Werden bei ähnlichen Aktionen oder innerartlichen Konflikten Extremitäten beschädigt, werden diese autamputiert. Innerhalb der nächsten Häutungen wachsen diese wieder nach. Ein verlorenes Bein ist daher nicht weiter schlimm.

Futter

Die Krabbe läßt sich mit Stinten, Seelachsfilet, Futtertabletten und dergleichen füttern, ebenso werden auch im Becken liegende, verendete Fische nicht verschmäht. Die Fütterung erfolgt bei mir täglich, z.B. wird ein Stint dazu auf einen langen Holzspieß gesteckt und der Krabbe gereicht. Schneckenfreund sollte man allerdings nicht sein, diese werden mit den sehr sensiblen, stachelartigen Füßen aufgespürt und mit den Scheren gnadenlos geknackt.

Vergesell­schaftung

Gegenüber gesunden, lebenden Fischen verhält sich die Krabbe in allgemeinen friedlich, auch wenn sie manchmal nach ihnen schnappt, was jedoch eher eine Drohgebärde darstellen dürfte (Heben und Spreizen der Scheren). Kranke, schwache oder in die Enge getriebene Tiere greift sie an und verspeist sie. Ich habe auf diese Weise einen in die Enge getriebenen Protomelas steveni und einen Ancistrus hoplogenys verloren.
Die Krabben sollten nur einzeln oder paarweise gehalten werden, da es bei gleichgeschlechtlichen Tieren zu heftigen Kämpfen kommen kann.

Art der Vermehrung

Die Fortpflanzung konnte ich bisher noch nicht beobachten, da ich noch keine männliche Potamonautes auftreiben konnte. Sie soll jedoch folgendermaßen ablaufen. Die Kopulation erfolgt nur bei einem frisch gehäuteten Weibchen. Dieses wird vom Männchen auf den Rücken gedreht, worauf das Weibchen sein Pleon ausklappt und über das Männchen legt. Das Pleon des Männchen, auch Petasma genannt, ist nicht durchgehend segmentiert, die ersten Teilringe (Pleopoden) sind starr. Diese werden in die Geschlechtsöffnung des Weibchens eingeführt und ein Spermienpaket abgelegt. Der ganze Kopulationsakt kann mehrere Tage dauern, danach findet das Ablaichen statt. Die Eier werden von dem Weibchen mit einem Sekret an die Innenseite ihres Pleons geheftet und dort ausgebrütet.

Bemerkungen

Die Pflege von Potamonautes orbitospinus stellt sich als recht unproblematisch dar, solange man einige Punkte beherzigt.

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