Daphnia pulex - Gemeiner Wasserfloh

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Letzte Änderung am 10.06.2018 von Annegret Spade
Deutscher Name:
Gemeiner Wasserfloh
Wissenschaftlicher Name:
Daphnia pulex
Beschrieben von, am:
Leydig, 1860
Herkunft / Verbreitung:
Kosmopolit
Beschreibung:

Der Körper dieser Kleinstkrebse ist größtenteils von einer zweilappigen Schale - dem Carapax - umschlossen. Nur das zweite Antennenpaar ist mit bloßem Auge zu erkennen. Es endet in mehreren federartigen Verästelungen, die während der Schwimmbewegung auffächern und somit für mehr Forttrieb sorgen.

Daphnien sind sehr gut an ihrer Schwimmbewegung zu erkennen. Mithilfe des zweiten Antennenpaares führen sie Ruderstöße aus, die sie in beliebige Richtungen transportieren. Dabei sinkt der Wasserfloh immer wieder zwischen den Ruderschlägen Richtung Boden, sodass eine Art Zick-Zack-Linie entsteht.

 

Daphnia kann unterschiedlichste Farbschläge aufweisen. So sind manche Tiere milchig-weiß, andere wiederum grünlich, gelblich oder rötlich gefärbt. Allen gemeinsam ist, dass sowohl Carapax als auch der restliche Körper nahezu transparent sind. So sind auch ohne Mikroskop deutlich das dunkel pigmentierte Auge, der „L“-förmig gekrümmte Darm sowie die ggf. vorhandenen Eier im Rückenbereich zu erkennen. Auch das helle, sehr schnell schlagende Herz ist häufig - zumindest bei ausgewachsenen Individuen - zu sehen.

Mit einiger Vergrößerung können weiterhin zwei „Schwänzchen“ und eventuell fünf Beinpaare unterhalb des Komplexauges sichtbar gemacht werden. Die eigentliche Schwanzgabel - Furca - am Darmausgang sowie die Beschaffenheit des Komplexauges sind nur mit stärker vergrößernden Objektiven zu sehen.

Besagte Furca ist ein Merkmal für die ursprünglichen Krebstiere. Sie ordnet Daphnia also als niedere Crustacee ein.

Geschlechtsunterschiede:

Geschlechtsunterschiede sind für gewöhnlich nur an ausgewachsenen Tieren sicher zu bestimmen. Weibchen tragen sehr häufig Eier und sind zudem größer als männliche Tiere.

Noch ist die Vermehrung dieser Tiere nicht vollends erforscht. Eine gängige Theorie besagt jedoch, dass sowohl beide Geschlechter, als auch bisexuelle Daphnien an der Fortpflanzung beteiligt sein können.

Größe der Weibchen in mm:
3-4
Größe der Männchen in mm:
1-1,5
Wassertemperatur:
0 bis ca. 30°C
Beckengröße:
ab einem Gurkenglas alles möglich - größere Volumina schützen vor Überhitzung und Sauerstoffverlust
Beckeneinrichtung:

Für ein Becken zur Zucht empfiehlt sich eine dünne Schicht beliebiger Bodengrund und wenig Bepflanzung, da viel freie Schwimmfläche zur Verfügung stehen sollte. Dennoch fördern einige wenige, robuste Pflanzen die Sauerstoffzufuhr in naturgemäß kleinen Zuchtbehältern.

Sowohl Filter als auch Heizung sind bei einer Haltung eher contra-produktiv. Einige Aquarianer stellen durch Ausströmer eine ausreichende Sauerstoffanreicherung des Wassers sicher. Nach eigenen Erfahrungen bedarf es dieser jedoch nicht, solange es sich um ein hinreichend großes Gefäß (ab ca. 5 Liter), dass über eine entsprechend große Oberfläche zum Gasaustausch verfügt. Zusätzlich sollte längere direkte Sonneneinstrahlung vermieden werden!

Futter:

Daphnia pulex - wie auch ihre verwandten Arten - ist in natürlichen Habitaten ein Detriusfresser und bedient sich zudem an kleinstem Phyto- bzw. Zooplankton.

In menschengemachter Umgebung (vor allem wenn es sich um ein neu angelegtes Becken handelt) empfiehlt sich eine Zufütterung mit wenigen Brocken in Wasser gelöster Trockenhefe. Auch Nauplien-Aufzuchtfutter wie Liquizell wird im Wechsel mit der Hefe angenommen.

Steht der Behälter im Freien, lagern sich zumeist genügend Pollen und Schwebeteilchen ab, um die Kleinkrebse zu ernähren.

Verhalten:

friedlich

Vergesellschaftung:

Soll es sich um ein Zuchtbecken handeln, so sollten selbstverständlich keine Fressfeinde eingesetzt werden. Diese Vorgabe schließt so ziemlich alle gängigen Aquarienbewohner aus - außer friedliche Schnecken.

Nach eigenen Erfahrungen ist es empfehlenswert, einige Blasen- oder Posthornschnecken hinzu zu setzen. Diese halten ein zu starkes Algenwachstum in Schach und verwerten sowohl Häutungsreste als auch verstorbene Daphnien.

Art der Vermehrung:

Diese urtümlichen Kleinstkrebse vermehren sich immer über Eier. Dabei bilden sie zwei Formen von Eiern - Dauereier und „normale“. Die Eibildung kann dabei unabhängig von einer Befruchtung erfolgen.

Häufigkeit der Vermehrung:
unter guten Bedingungen ständig
Zucht:

Beachtet man oben beschriebene Beckeneinrichtung und -standort sowie eine regelmäßige, aber spärliche Fütterung, steht der Zucht bei Temperaturen zwischen ca. 17 und 27° C nichts im Wege.

Bemerkungen:

Daphnien sind hochwertiges Lebendfutter für vielerlei Aquarienbewohner. Durch ihre große Vermehrungsfreudigkeit und ihre geringen Ansprüche bietet sich eine Zucht für Aquarianer an. Lebendfutter aus eigener Zucht ist bei entsprechenden Hygienemaßnahmen unbedenklicher als manch gekauftes.

Weiterhin können die Tiere auch als Frostfutter in Eiswürfelbehälter gegeben und zur späteren Verwendung eingefroren werden.

 

In Deutschland gibt es sechs heimische Arten von Wasserflöhen. Eine Unterscheidung ist oft nur unter dem Mikroskop möglich.

Literatur:

V. Storch & U. Welsch, Kükenthal - Zoologisches Praktikum, Berlin/Heidelberg 2014: Springer Verlag, 27. Auflage

W. Engelhardt, Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher?, Stuttgart 1996: Franckh-Kosmos Verlag, 14. Auflage

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