Limulus polyphemus - Pfeilschwanzkrebs

geschrieben von  Andreas Heeger
Letzte Änderung am 27.09.2017 von Chiara Glaß
Deutscher Name:
Pfeilschwanzkrebs
Synonyme (Deutscher Name):
engl. Horse-shoe-crab
Wissenschaftlicher Name:
Limulus polyphemus
Herkunft / Verbreitung:
Ostküste Nordamerikas inkl. Karibik( im Meerwasser!)von der Halbinsel Yucatan im Süden bis Maine im Norden; die Tiere leben den größten Teil des Jahres am Kontinentalschelf bis in ca. 200 m Tiefe; während der Laichzeit kommen sie etwa 2 Monate lang an die Ufer und ins Flachwasser.
Beschreibung:

Die Tiere besitzen neun Augen auf der Kopfoberseite und weitere Lichtsinnesorgane am Rande des Telsons, einen im Wesentlichen dreigeteilten Körperbau der in einem Stachel endet, der etwa ein Drittel der Körperlänge ausmacht. Die unter dem Körper liegenden Beine enden in Scheren bzw. Kieferklauen. Hinter den Beinen liegen säckchen- oder blattartige Schwimmfüße, die das Tier auch zur Fortbewegung nutzt. Die Tiere pflügen den Sand auf der Suche nach Würmern und Kleintieren durch. Sie schwimmen auch gerne auf dem Rücken. Ihre Endgröße dürfte bei etwa 60cm liegen.

Geschlechtsunterschiede:

Männchen besitzen ein größeres erstes Scherenbeinpaar, mit dem sie sich an den Weibchen festhalten können. Weibchen werden meist größer; bei ihnen ist das besagte Scherenpaar kleiner.

Größe der Weibchen in mm:
Vom Kopf bis zum Ende des Stachels können mindestens 60cm erreicht werden.
Größe der Männchen in mm:
Etwas kleiner als die Weibchen.
Alterserwartung:
Wahrscheinlich mehr als 10 Jahre
Wassertemperatur:
7-25 Grad, auf die Dauer nicht zu warm!
Härte:
möglichst hart, da Seewasser!
PH-Wert:
7,2-8(Seewasser!)
Beckengröße:
für Jungtiere kleine Becken, Alttiere brauchen 2m-Becken!
Beckeneinrichtung:

Sandgrund, möglicht kein Schotter, an dem sie sich die Schale verletzen können. Die Tiere graben gerne-daher Vorsicht mit Bauten, die untergraben werden könnten.

Futter:

Jungtiere kann man mit Tubifex aufpäppeln; auch rotes Meeresplankton oder sehr feines Fisch-oder Krebsfleisch ist möglich.(Kleine Stückchen, am Besten etwas zerdrückt). Ideal sind im Becken lebende Gammariden oder ähnliche Kleintiere.

Verhalten:

Untereinander friedlich, man kann mehrere Tiere zusammen halten. Lediglich in der Laichzeit konkurrieren die Männchen um die Weibchen, beschädigen sich aber nicht gegenseitig. In der Natur schwimmt Limulus bei Springtiden zum Ablaichen auf den Strand. Danach verendet ein Teil der Tiere; der Rest schwimmt in die Tiefe zurück. Bei der nächsten Springtide werden die Jungtiere ins Meer zurückgespült.

Vergesellschaftung:

Eine Vergesellschaftung mit anderen Wirbellosen oder Fischen ist denkbar, wenn keine Räuber-Beute Bezieheung besteht(z.B. kleine Riffbarsche).

Art der Vermehrung:

Sh. Verhalten, daher im Aquarium wohl kaum möglich.

Gelegegrößen / Nachwuchsanzahl:
Die Eier haben einen Durchmesser von etwa 0,5 cm./Einige Tausend.
Häufigkeit der Vermehrung:
Sh. Verhalten.
Zucht:

Noch nicht möglich.

Bemerkungen:

Es handelt sich nicht um ein Krebstier. Limulus gehört systematisch betrachtet zu einer eigenen Gruppe, die mehr in die Nähe der Spinnen und Skorpione gerechnet wird. Die Tiere sind interessant, gehören aber nicht in Korallenriffbecken, da sie sich hier erstens am Korallenschotter ihre sehr dünnen Panzer kaputtstoßen und zweitens meist zu warmen Temperaturen ausgesetzt sind! Niedrige Temperaturen machen ihnen nichts aus - ein von mir gehaltenes Tier überlebte 7 Grad Celsius. Die Tiere können ihre Herzfrequenz auf Null setzen und ihre Atmung verlangsamen oder beschleunigen; ihre Kiemen sind die sackartigen Anhängsel unter dem zweiten Körpersegment. Sie können geraume Zeit außerhalb des Wassers überleben. Manchmal werden Pfeilschwanzkrebse auch im Brack- oder Süßwasser gefunden. Allerdings kann man sie nicht dauerhaft in Brack- oder Süßwasser halten. Ein Seeaquarium ist also unabdingbar!

Literatur:

Wilhelm Eigner, Enzyklopädie der Tiere; David Attenborough, Das Leben auf unserer Erden.

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