Das Wirbellosen Treffen 2005 kann man, glaube ich, als vollen Erfolg bezeichnen. Die Organisation hatten Gerd Voss und Kai A. Quante übernommen. Beide haben seit Jahren Erfahrung mit der Organisation diverser aquaristischer Veranstaltungen und durch die große Wirbellosen-Gemeinde in Hannover/Braunschweig war mit einem guten Zulauf zu rechnen. Die Auswahl des Tagungshotels Fricke erwies sich als goldrichtig, denn es war über die Autobahn A2 sowie mit dem Zug aus Hannover und per Flugzeug (Hannover-Langenhagen) gut erreichbar. Außerdem boten die Räume genau die richtige Größe für eine solche Veranstaltung und die Zimmer waren gut und günstig.

Die Planung und Absprachen mit dem Hotel hatte Gerd Voss souverän im Griff. Kai A. Quante hatte sich um hochkarätige Referenten gekümmert, die gern auch eine weite Reise auf sich genommen habe, ohne sich dafür finanziell entlohnen zu lassen. Außerdem übernahm Kai die Ankündigung in Zeitschriften und Internet.

Gestartet wurde am Samstag um 10:30 Uhr mit einer kleinen Tütenbörse, bei der viele interessante Tiere getauscht wurden (z.B. grüne Zwerggarnelen, weiße Bienengarnelen, schwarze Tigergarnelen, Schneeflöckchengarnelen, Cherax sp. Irin Yaja, Cambarus rusticiformis, Cambarus manningi, ...). Die ca. 15 Anbieter konnten mit den 50 Interessenten in Ruhe fachsimpeln und auch einiges den Wirbellosen-Verrückten mitgeben.

Nach dem Mittag fand sich das Auditorium von ca. 60 interessierten Aquarianern und Aquarianerinnen im Vortragsraum ein und konnte sich an den Vorträgen erfreuen. Den Anfang machte Lutz Döring mit einem im voraus vertonten Film über die Süßwasserkrebse Nordamerikas und deren Biotope, die er unter anderem mit Friedrich Bitter besucht hatte. Mit schönen Bildern, guten Unterwasseraufnahmen und spritzigen Kommentaren fielen nur wenigen nach dem Mittag durch die Begleitmusik des Videos die Augen zu.

Nach PC und Beamer folgte Uwe Werner mit herkömmlichen Dias und life dazu gesprochenen Worten. Die Fotos waren wie immer in bekannt hervorragender Qualität und zeigten in seinem Vortrag über Krabben und Garnelen und ihre natürlichen Biotope, wo diese Tiere herkommen, dass sie häufig in ihren Herkunftsländern eher im Kochtopf als im Aquarium landen und was es für wunderschöne Arten auf der Welt gibt.

Friedrich Bitter, der sich aquaristisch inzwischen ganz den nordamerikanischen Krebsen verschrieben hat, zeigte uns in Natur- und Aquarienaufnahmen, was bei der Haltung und Zucht von nordamerikanischen Flusskrebsen zu beachten ist. Er machte deutlich, dass es auch hier gilt, zu probieren und zu testen, was den Krebsen im Aquarium am besten gefällt und dass es kein Patentrezept gibt, wie man die Tiere erfolgreich hält und auch züchtet.

Nach der etwas leichteren Kost der ersten drei Vorträge mit lediglich wissenschaftlichen Namen nahm uns Andreas Karge mit seinem Vortrag auf die Suche nach Carridina serrata in Hong Kong. Wir haben über die Anatomie von Zwerggarnelen etwas erfahren, aber auch erkannt, welche Herausforderungen darin bestehen, in den Heimatbiotopen und der Literatur nach den Garnelen zu suchen, die wir teils schon lange Zeit aus unseren Aquarien kennen.

Am Abend haben wir uns dann nach einer kleinen Diskussion über den Arbeitskreis Wirbellose des VDA und dessen Aktivitäten mit ca. 20 Personen dem Abendessen und auch dem gemütlichen Teil gewidmet. Bei Bier und anderen Getränken wurde bis nach Mitternacht gefachsimpelt und Erfahrungen ausgetauscht.

Nach dem gemeinsamen Frühstück haben Andreas Karge und Werner Klotz, der extra aus Tirol angereist war (!!!), den ca. 25 interessierten Zuhörern die Herausforderungen bei der Bestimmung von Zwerggarnelen und Großarmgarnelen näher gebracht. Mit anschaulichen Beispielen und Mikroskopaufnahmen wurden wir an die Arbeit der Bestimmung unserer Aquarienlieblinge heran geführt, wobei viele im Auditorium sicher nie diesen Einsatz am Mikroskop und bei der langwierigen und sprachlich herausfordernden Literaturarbeit für sich entdecken werden.

Nach all den Herren als Referenten wurde Maike Wilstermann für eine gute Stunde die gesamte Aufmerksamkeit bei ihrem Thema Schnecken im Aquarium geschenkt. Es war unverkennbar, wie intensiv sich Maike mit ihren Lieblingen beschäftigt. Denn das Wohlergehen der Schalenträger geht bei ihr vor, auch wenn einige Aquarien aufgrund der schlammigen Bedingungen anfangen zu stinken. Wie sagt Gerd Voss immer über Maike: "Man kann mit ihr über alles reden; Hauptsache es sind Schnecken."

Den Abschluss machte Werner Klotz mit einer Auswahl kleiner Großarmgarnelen und Informationen, die so noch nicht veröffentlicht wurden.

Großer DANK an die Referenten Lutz Döring, Friedrich Bitter, Uwe Werner, Andreas Karge, Werner Klotz und Maike Wilstermann!
Lutz Döring Uwe Werner
mit Fan Alfons
Fridrich Bitter Andreas Karge Werner Klotz Maike Wilstermann

Pünktlich zum Sonntag Mittag wurde die Veranstaltung von Gerd Voss und Kai A. Quante mit einem Dank an die Referenten und Besucher beendet.

Wir sehen uns sicher bald wieder. Evtl. auch an gleicher Stelle...

04.04.2005 © Kai A. Quante, webmaster@wirbellose.de