Louisiana-Zwergflusskrebs (Cambarellus shufeldtii)
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Beschreibung
Cambarellus shufeldtii sind rötlich braun bis grau, mit vier dunklen Längsstreifen
(selten) oder mit in unregelmäßigen Reihen angordneten Punkte.
Die Weibchen werden größer, sind in Aufsicht breiter, in Seitenansich stärker pigmentiert und haben insondere mehr dunkle Flecken.
Auch zeigen die Weibchen teilweise einen leichten Blauschimmer.
Männchen haben am Hinterleib, direkt hinter dem letzen Laufbeinpaar,
paarige Paarungsstachel die in Ruhe nach vorne geklappt werden und geringfügig kräftigere Scheren.
Weibchen werden bis 30 mm und Männchen bis 25 mm gross.
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Um zu wachsen wird wie bei allen Krebsen und Garnelen von Zeit zu Zeit
der alte Panzer abgestreift. Dies geschieht in den ersten Lebenswochen
recht häufig und später nur alle paar Wochen. Den Panzer sollte
man im Becken lassen, da er von den Krebsen aufgefressen wird. Die ersten
Tage nach dem Panzerwechsel ist der Krebs sehr empfindlich, da der neue
Panzer erst aushärten muß. Während dieser Zeit versteckt
sich der Krebs. Bei Rangeleien mit Artgenossen kann es dann schon mal
vorkommen, daß einer eine Schere oder ein Bein verliert. Aber Krebse
haben den Vorteil, daß Arme und Beine mit jeder Häutung wieder
bis zur vollen Größe nachwachsen.
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Als Alterserwartung werden 2 Jahre genannt, was ich allerdings weder bestätigen noch dementieren kann.
Das wird sicherlich auch sehr stark von Umwelteinflüssen wie Wassertemperatur, Besatzdichte und Nahrungsangebot abhängen.
Herkunft
Diese sehr klein bleibende Krebsart kommt aus Louisiana (USA) und bewohnt Tümpel im Einzugsgebiet des Mississippi.
Die Trockenzeit verbringt die Art eingegraben im Schlamm.
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Haltung
Die Haltung dieser Tiere ist unproblematisch. Der pH-Wert sollte um 7 liegen
und die Temperatur zwischen 20°C und 25°C betragen.
Allerdings werden auch Temperaturen von 10°C bis 30°C vertragen.
Sie lassen sich in weichem bis hartem Wasser halten.
Bei mir liegt die Gesamthärte bei ca. 8 dgH.
Diese Krebsart möchte ich als friedlich bezeichnen.
Aufgrund ihrer Größe können sie keinem Fisch gefährlich werden, sondern eher umgekehrt.
Ein Paar Corydoras habrosus lebt bei mir mit über 100 Krebsen zusammen in einem 100 Liter Becken.
Auch die fünf Ancistrus hoplogenys mit einer Größe bis zu 13 cm werden nicht einmal gekitzelt.
Untereinander sind die Krebse recht verträglich.
Nur wenn sich ein Tier frisch gehäutet
und keinen sicheren Versteckplatz gefunden hat, kann es sein, daß
ihm ein Artgenosse mal ein oder mehrere Arme/Beine abschneidet. Diese wachsen
bei den nächsten Häutungen dann wieder nach.
Auseinandersetzungen werden durch Drohen mit den großen Scheren ausgemacht.
Der ängstlichere gibt dann in der Regel nach.
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Einrichtung des Aquariums
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Das Aquarium sollte viele Versteckmöglichkeiten bieten, da sich die
Alttiere und insbesondere Eier tragende Weibchen gern im Verborgenen aufhalten und nur zum Füttern hervor
kommen. Jungtiere sind nicht ganz so scheu. Die Tiere halten sich nicht nur am Boden, sondern auch gern mal in den Pflanzen an der Wasseroberfläche auf.
Das Becken kann und sollte gut bepflanzt werden. Die Krebse
fressen keine gesunden Pflanzen. In einem 10 Liter Becken können gut 5 Tiere
gehalten werden. Auch hier gilt, je größer
das Becken umso besser. Will man züchten, empfiehlt sich sowiso ein Becken ab 60 cm.
Mein 100er Krebsbecken beherbergt zur Zeit sicher über 40 ausgewachsene Tiere.
Dies ist nur möglich, weil das Becken mit vielen Versteck- und Klettermöglichkeiten versehen ist.
Als Einrichtung verwende ich mit Javafarn und Anubias bewachsene Wurzeln, schwimmendes Hornkraut
und dünne Bambusrohrstücke. Höhlen im Bambus oder in Wurzeln sollten einen maximalen Durchmesser von 15 mm haben,
da sie sonst nicht als Versteck angenommen werden.
Ich habe zwei auf natürlichem Wege "getunnelte" Holzstücke, die ständig bewohnt sind.
Allerdings kann man sich auch selbst mit einem breiteren Holzbohrer tiefe (mindestens 4 cm) Löcher in die Wurzeln bohren.
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Zucht
Die Zucht ist bei guter Pflege und ausreichend Platz einfach und geschieht "von selbst".
Die Begattung erfolgt, indem das Männchen das Weibchen bei den Scheren packt und auf den Rücken dreht.
Mit seinen Begattungshaken hält er das Weibchen für bis zu einer Minute fest und übergibt das Spermienpaket.
Die Eier werden vom Weibchen etwa 4 Wochen getragen, bis die kleinen Krebse schlüpfen.
Die Tragzeit hängt stark von der Wassertemperatur ab.
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Die Jungtiere werden nach dem Schlupf noch ca. 2 Tage von der Mutter getragen, bis sie fertig entwickelt sind.
Wenn sie die Mutter verlassen, sind die Jungtiere ca 4 mm gross und halten sich wenig versteckt in allen Bereichen des Aquariums auf.
Anschließend häutet sich das Weibchen und verpaart sich neu.
Die Tiere sind nicht sehr produktiv, das heißt, ein Weibchen trägt nur ca. 10 bis 30 Eier.
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Futter
Natürlich kann man die Krebse auch mit Flockenfutter ernähren,
sollte man aber nicht. Die Krebse sollten abwechslungsreich mit tierischer und vegetarischer Kost ernährt werden.
Neben Futtertabletten kann das Frostfutter und z.B. auch gefrorene Erbsen sein, die übrigens sehr gern genommen werden.
Bei totem Futter, sind die Krebse sehr gemächliche Fresser, die nicht gleich aus ihren Verstecken kommen,
wenn gefüttert wird. Bei kleinem Lebendfutter, wie z.B. Wasserflöhen, sieht das anders aus.
Mit erhobenen Scheren versuchen die kleinen Kobolde, ihre Opfer zu erwischen.
Übrigens habe ich ein Futter gefunden, für das sie auch aus ihren Verstecken kommen: Ancistrus Laich.
Da ich keinen Platz für weitere Ancistrus dolichopterus habe,
kam ich auf die Idee, den Laichklumpen aus der Höhle des Ancistrus Männchens zu entfernen
und die Krebse damit zu füttern.
Inzwischen gehört dies zum Lieblingsfutter der Krebse. Der Vorteil gegenüber Frostfutter ist,
dass Antennenwels-Laich das Wasser nicht belastet und auch über mehrere Tage
im Wasser frisch bleibt. Eine Überfütterung ist somit nicht möglich.
Sehr wichtig für die Ernährung scheint mir totes Laub zu sein.
Ich füttere meine Krebse mit totem Eichenlaub. Dazu nehme ich kleine vertrocknete Äste mit Laub von abgestorbenen Bäumen oder Ästen,
die ich einfach unbehandelt ins Wasser tue. Nach einem Tag geht das Laub von alleine unter.
Man sieht immer wieder Krebse am Laub knabbern.
Literatur
- VDA aktuell, Juli/Sept. 3.2000, Ein Krebs im Einmachglas: "Louisiana-Zwergflusskrebs"
Links
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