
Zu der Familie der Nixenschecken (Neritidae) gehören verschiedene Arten, die sich sehr gut in Süßwasseraquarien halten lassen. Das Besondere an diesen Tieren ist, dass sie sich ausschließlich von Schwämmen und Algen ernähren. Sie können sogar Kieselalgen zerdrücken und verdauen. Zu den Nixenschnecken in unseren Aquarien gehören die einheimischen Flußkahnschnecken (Theodoxus fluviatilis), die Muschelschnecken (Septaria porcellana), die Mexikanische Nixenschnecken (Clypeolum latissimum) und die mittlerweile sehr bekannten Rennschnecken (Neritina sp.). Alle diese Arten leben als erwachsene Tiere im Süßwasser und lassen sich auch im tropischen Warmwasser halten. Alle Nixenschnecken haben ein dickes, festes Gehäuse und ein halbmondförmiges Deckelchen (Operculum). Dieses ist halbmondförmig, kalkig, glatt und ist nur sichtbar, wenn sich das Tier in sein Gehäuse zurückgezogen hat. Der Fuß ist in der Regel rund bis länglich oval. Er verändert sich in der Form, während das Tier kriecht. Der Kopf ist breit und deutlich vom Körper abgesetzt. Hinter den langen fadenförmigen Fühlern sitzen die Augen auf kurzen Stielen, der Kopf immer fast völlig unter dem Gehäuse. Selten sind die Spitzen der Fühler oder der vordere Rand des Kopfes sichtbar. Die Tiere atmen durch Kiemen, verlassen aber von Zeit zu Zeit das Wasser. Alle Arten sind getrenntgeschlechtlich. Es gibt also Männchen und Weibchen. Die Geschlechtsöffnungen befinden sich auf der rechten Körperseite in der Nähe des Fühlers. Es werden 10 bis 100 Eier zusammen in etwa 1 mm großen Kokons an festen Unterlagen wie Steinen, Holz oder den Gehäusen von anderen Schnecken abgelegt.
Auch die Mexikanische Nixenschnecke (Clypeolum latissimum) kann man im Handel kaufen. Sie wurde von einem Aquarianer von einer Reise mitgebracht und wird in Deutschland nachgezogen. Bisher habe ich die Tiere nur in einem Zooladen in Berlin gesehen, in dem sie als "Mexikanische Napfschnecken" verkauft werden. Das Gehäuse ist etwa 30 mm lang, fest, hell bis dunkelbraun und unregelmäßig gehämmert mit deutlichen Wachstumsringen. Es ist breiter als lang und sehr flach. Durch ihre breiten flachen Schalen sind sie sehr unbeweglich und können sich nicht alleine wieder umdrehen, wenn sie auf den Rücken fallen. Sie haften jedoch sehr fest am Untergrund, so dass diese Gefahr für die Tiere relativ gering ist. Die Art ist von West-Mexiko bis Ecuador und Costa Rica verbreitet. Die Flußkahnschnecke (Theodoxus fluviatilis) ist eine einheimische Art. Sie ist durch Gewässerverschmutzung stark zurückgegangen und steht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere. Sie ist das Weichtier des Jahres 2004. Ihr Gehäuse ist 6 bis 12 mm lang, 4 bis 8 mm breit und 3 bis 5 mm hoch. Die Oberfläche ist im Grunde weißlich oder gelblich mit variablen hellen und dunklen Braun- und Rottönen oder in schwarz, netzartig oder mit feinen Linien gemustert. Manchmal ist sie auch rein schwarz oder weiß nur wenige helle Flecken auf. Obwohl sie in der Natur in kühleren Gewässern vorkommt, kann man sie gut in Warmwasseraquarien halten. Die Temperatur sollte jedoch nicht dauerhaft über 27 °C liegen. Wenn ausreichend Algen zur Verfügung stehen, vermehren sich die Tiere auch im Aquarium sehr gut. Sie bleiben aber deutlich kleiner als in der Natur. Nixenschnecken stellen keine Gefahr für Wasserpflanzen dar. Sie lassen sich gut zur Bekämpfung von Algen einsetzten. Rennschnecken lassen sich am Besten halten, da sie auch Futterreste fressen. Die Mexikanischen Nixenschnecken nehmen auch Ersatzfutter an, sind offensichtlich zur Zeit aber nur in Berlin zu bekommen. Von der Flusskahnschnecke gibt es stabile Aquarienpopulationen. Die Tiere findet man jedoch nicht im Handel. Man sollte sie nicht aus der Natur entnehmen. Diese Art und auch die Muschelschnecke fressen ausschließlich Algen und wachsen und vermehren sich nur unter Bedingungen, die Aquarianer in ihren Becken nicht eintreten lassen wollen. Für eine erfolgreiche Vermehrung sind Becken erforderlich, die man in der Regel als "versifft" bezeichnen würde. Für alle diese Schneckenarten gilt aber, dass sie keine hohen Nitrat- oder Phosphatwerte vertragen. 16.07.2004 © Maike Wilstermann
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