ArtDer Artname dieser in der Erscheinung sehr
variablen Art ist mir leider nicht bekannt. Sie gehört jedoch zur Gattung Procambarus.
Trotz intensiver Nachforschungen konnten wir
den wissenschaftlichen Namen bisher nicht ermitteln. Dies liegt in großem Maße auch
daran, dass die Beschreibung von Procambarus anhand von Männchen erfolgt,
die bisher nicht gefunden werden konnten.
Von Uwe Werner, der von mir drei Tiere bekommen hatte, wird der Zwergflußkrebs
in seinem Buch Garnelen, Krebse und Krabben im Süßwasseraquarium als "Marmor-Krebs" beschrieben.
BeschreibungDiese Zwergflußkrebse wurden bei mir maximal bis 8 cm
groß, allerdings wurden auch schon
Tiere mit einer Größe von 13 cm beschrieben. Sie haben
in leicht saurem weichen Wasser einen dunkel braun gemusterten Körper.
Dieser kann in härterem alkalischen Wasser auch ins bläuliche
übergehen. Um zu wachsen wird wie bei allen Krebsen und Garnelen von
Zeit zu Zeit der alte Panzer abgestreift. Dies geschieht in den ersten
Lebenswochen recht häufig und später nur alle paar Wochen. Den
Panzer sollte man im Becken lassen, da er von den Krebsen aufgefressen
wird. Die ersten Tage nach dem Panzerwechsel ist der Krebs sehr empfindlich,
da der neue Panzer erst aushärten muss. Während dieser Zeit
versteckt sich der Krebs. Bei Rangeleien mit Artgenossen kann es dann schon
mal vorkommen, dass einer eine Schere oder ein Bein verliert. Aber
Krebse haben den Vorteil, dass Arme und Beine mit jeder Häutung
wieder bis zur vollen Größe nachwachsen.
Haltung
Zwergflußkrebse lassen sich in ca. 18°C bis 25°C warmem
Wasser bei pH-Werten um 7 halten. Jeder ausgewachsene Krebs braucht
mindestens eine Fläche von 20 x 20 cm und eine eigene Höhle.
Gegenüber Jungkrebsen und Fischen verhalten sie sich „normalerweise“ friedlich,
so dass in den Becken auch Krebse gezüchtet bzw. Fische
gehalten werden können. Kranke und bodenlebende Fische werden allerdings
erbeutet. Die Krebse jagen ihre Beute nicht. Zur Futtersuche benutzen sie ihren
Tast- und Geruchssinn, sehen können sie sehr schlecht. Eine Haltung
mit Wild-Guppies war bei mir problemlos, außer dass die
Guppies teilweise die Jungkrebse gefressen haben. Es ist dringend darauf zu
achten, dass das Becken gut abgedeckt und keine Öffnung in der Abdeckung
ist, durch die die Krebse hindurch passen, da sie gerne mal auf Wanderschaft
gehen.
Einrichtung des Aquariums
Die Einrichtung muss aus vielen Versteckplätzen bestehen. Als
Einrichtungsgegenstände werden Steine, Holz, Kokosnüsse, Blumentöpfe
und wenige Pflanzen verwendet. Es gibt allerdings keine Pflanzen, die von
Krebsen nicht gefressen werden. Auch Javafarn und Anubias werden komplett
verspeist. Daher dienen Pflanzen nur zeitweilig als Dekoration und hauptsächlich
als Futter. Krebse knabbern außerdem gern an Holz und Kokosnüssen.
Zucht
Das Weibchen trägt die bis zu 200 ca. 2 mm großen Eier bei 27°C
ca. 2 Wochen an ihren Schwimmbeinen, wobei die Tragzeit sehr stark von
der Wassertemperatur abhängt. Während dieser Zeit versteckt sich
das Weibchen und frißt nicht. Die Jungkrebse halten sich nach dem
Schlupf noch ca. 3 Tage an und bei der Mutter auf. Sie sind dann schon
vollwertige Krebse mit einer Größe von 5 mm. Krebse wachsen
sehr schnell. Innerhalb von 2 Monaten können sie 4 cm groß sein.
Mit 4 Monaten sind sie dann bei guter Fütterung geschlechtsreif.
Je enger die Krebse allerdings gehalten werden, um so langsamer wachsen
sie. Bei zu enger Haltung kommt es auch zu Kannibalismus.
die Vermehrung erfolgt mittels Parthenogenese = Jungfernzeugung,
d.h. es gibt keine männlichen Tiere, sondern nur Weibchen.
Somit reicht ein Tier als "Zuchtgruppe" aus. |
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Futter
Zu fressen bekommen Krebse Futtertabletten, Frostfutter, Erbsen, Gurken,
Salat und Wasserpflanzen. Lebenden gesunden Fischen tun sie nichts, aber
kranke und tote Fische werden von ihnen gefressen. Daher bekommen die Krebse
bei mir auch die kleinen toten Fische aus anderen Becken. An den Anblick
muss man sich erst einmal gewöhnen, aber so ist die Natur.
Literatur
Uwe Werner (1998), Garnelen, Krebse und Krabben im Süßwasseraquarium,Garnelen, Krebse und Krabben im
Süßwasseraquarium,
Aqualog Spezial, A.C.S. GmbH, Mörfelden-Walldorf, ISBN 3-931702-52-9
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