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Haltung
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Entsprechend der Vielzahl von Gattungen und Arten lassen sich kaum allgemeingültige Regeln bei der Pflege
von Apfelschnecken aufstellen. Generell kann aus Sicht des Aquarianers zwischen Guten (pflanzenschonenden) und
Schlechten (Pflanzenkillern) Arten unterschieden werden. Erstere müssen auch in Pflanzenaquarien zugefüttert werden,
während letztere nur in Becken ohne gewünschten üppigen Pflanzenwuchs gepflegt werden sollten. Auch hier ist natürlich eine Zufütterung
angezeigt. Für eine erfolgreiche Haltung ist es weiterhin wichtig zu wissen, mit welchen Wasserwerten die Tiere aufwuchsen bzw. vorher lebten. Tiere aus "harten" Wasser werden sich nur langsam oder gar nicht an weiche Wasser gewöhnen. Folgeschäden sind die bekannten Gehäuselöcher. Umgedreht sind oftmals andere Gehäusedeformationen die Folge. Sollten sich Tiere eingraben, so ist dies nach meiner Erfahrung generell ein Zeichen von Unwohlsein. Dies kann entweder auf unzureichende Härtewerte als auch auf sonstige unzusagende Wasserverhältnisse zurückzuführen sein. Dabei zeigen sich die einzelnen Gattungen und Arten unterschiedlich in ihren Schadstoffgrenzwerten. Marisa scheint z.B. empfindlicher zu reagieren als Pomacea. Bei den als etwas heikel geltenden blauen P. bridgesi konnte ich z.B. auch beobachten, dass Tiere gleicher Herkunft nach Umsetzung in gleiches Wasser unterschiedlich reagierten. 50% zeigten ein normales Verhalten, die restlichen 50% zogen es unverständlicherweise vor, tagelang eher in ihren Gehäusen zu verharren. |
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Besonders wählerisch sind Apfelschnecken bei der Ernährung nicht. Sie nehmen im Prinzip alle verfügbare und
verwertbare Nahrung zu sich. Bevorzugt wird allgemein pflanzliche Kost.
Wobei aber natürlich je nach Art differenziert werden muß. Apfelschnecken nehmen die Nahrung über ihre mit kleinen
Zähnchen besetzte Raspelzunge auf. Arten mit kräftiger ausgebildeten Zähnchen vermögen auch stärkere lebende Pflanzen
zu vertilgen. Als Beispiel sei hier Pomacea canaliculata genannt, die innerhalb kurzer Frist ein Aquarium entgrünen kann.
Andere Arten mit dünneren und kleineren Zähnchen, wie z.B. Pomacea bridgesi, ernähren sich vorwiegend von abgestorbenen
oder sehr zarten Pflanzenteilen und gehen kaum an stärkere Pflanzen. | |
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Bei Nahrungsmangel versuchen die Schnecken mitunter das Wasser zu verlassen, um anderswo Futter zu finden. Manchmal kann man beobachten, wie Apfelschnecken versuchen, von der Wasseroberfläche Nahrung aufzunehmen. Sie bilden dabei mit dem dem Fuß eine Art Trichter und leiten die Nahrung durch oszillierende Bewegungen des Fußes hinein. Ist ausreichend Futter im Trichter, beugt die Schnecke ihren Mund hinein und beginnt zu fressen. Die Apfelschnecken bleiben dabei mit den Fußende meistens mit dem festen Untergrund (Aquarienscheibe) verbunden. Obwohl Apfelschnecken hauptsächlich auf vegetarische Kost stehen, wird auch andere Kost wie verstorbeneTiere und deren Eier genommen. Ausserdem wurde auch vom (An-)Fressen anderer lebender Schnecken und gar Kannibalismus berichtet. Diese Fälle dürften aber nur bei akuter Hungersnot auftreten. Berichte über das aktive Angreifen und Verzehren von lebenden Fischen gehören dagegen eher in den Bereich des Aquarianerlateins. Apfelschnecken sind dazu schon aus Beweglichkeitsgründen nicht in der Lage. Nach meinen Erfahrungen sind Apfelschnecken bei ausreichend vorhandenen vegetarischem Nahrungsangebot durchaus wählerisch. So wurde z.B. Gymnocoronis (falscher Wasserfreund) und Echinodurus latifolius von P.canaliculata und Marisa cornuarietis selbst unter ärgstem Nahrungsmangel nur ungern bzw. kaum genommen. |
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Andere Echinodoren blieben unverschont. Das Javamoos Vesicularia wurde
zwar nicht gierig gefressen, jedoch systematisch zerlegt und dezimiert. Und zwar ohne Folgen für die Schnecken. Dem Pflanzenfraß einiger Arten kann man durch Zugabe von Laubblättern (vorzugsweise Buche oder Eiche) versuchen beizukommen. Bei Marisa habe ich damit recht gute Erfahrungen erzielen können. Was natürlich nicht ausschließt, dass trotzdem andere Pflanzen angefressen werden. Arten wie Pomacea bridgesi benötigen eine Zufütterung in Form Futtertabletten, Salatblättern, Gurkenscheiben und ähnlichem, da sie sonst u.U. verhungern würden. Selbstverständlich ist diese Zufütterung auch bei allen andern Arten sinnvoll und insbesondere da notwendig, wo bei wenig Pflanzenwuchs Apfelschnecken gehalten werden sollen. | |
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Oftmals wird von Lochbildung und Auflösungen der Gehäuse berichtet, ohne dass direkte Zusammenhänge zur Karbonat- und/oder Gesamthärte
des Hälterungswassers erkennbar wären, da solche Beobachtungen sowohl in weichen als auch harten Wasser zu verzeichnen sind. Nach bisherigen Erkenntnissen richten die Jungschnecken ihren Gehäuseaufbau entsprechend der Wasserwerte aus, in welchem sie aufwachsen. Im Klartext bedeutet dies, das Schnecken des gleichen Geleges, welche in unterschiedlich hartem Wasser aufwachsen, auch unterschiedliche Gehäusestrukturen aufbauen. Werden nun im Hartwasser aufgezogene Schnecken in weicheres Wasser überführt, kommt es zu dem genannten Gehäusedefekten. Damit lassen sich damit auch Berichte erklären, die von erfolgreicher Haltung und Zucht in Wasser mit 0-1° KH künden. |
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Diese Schnecken sind in sehr weichen Wasser aufgezogen worden und haben ihre Gehäusebildung erfolgreich auf die scheinbare Mangelerscheinung
eingestellt. Das schließt natürlich nicht aus, dass diese wiederum nach Umsetzen in härteres Wasser Gehäusedeformierungen bzw. zumindest
jahresringähnliche Wachstumszonen im Gehäuse bei z.B. wechselnen Wasserwerten ausbilden.
Wenn also Apfelschnecken bei der Pflege zur Lochbildung neigen, zeigt uns dies an, dass das Hälterungswasser eine deutlich geringere Wasserhärte
aufweist wie das Aufzuchtwasser, unabhängig von den im Hälterungswasser vorhandenen (und ggf. hohen) Härtegraden. | |
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Vielfach wird die Zugabe von Korallensplitt oder Sepiaschalen empfohlen, um die unschönen Löcher zu vermeiden oder gar wieder zu beseitigen. Eine
direkte Wirkung durch Aufnahme des Kalkes CaCO3, aus welchem beide Materialien bestehen, ist jedoch auszuschliessen. Hierzu bedarf es einer Säure
im Verdauungstrakt der Schnecken, um wirkungsvoll verwertbare Calcium- und Carbonationen zu bilden (wie dies z.B. von höheren Krebsen vermutet wird).
Vielmehr wird durch Umsetzung des Kalkes im Hälterungswasser zu den genannten Härtebildnern der Gehäuseaufbau unterstützt. |
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Dieser chemische Vorgang von Kalk zu Calcium-Ionen (GH-Bildner) und Carbonat-Ionen (KH-Bildner) läuft in verschiedenen Stufen und auch bei höheren
pH-Werten ab.
Für einen deutlichen Anstieg der Wasserhärte in "normalen Aquarien"" sind jedoch mindestens pH-Werte im neutralen bzw. leicht sauren Bereich unter 7 erforderlich. Eine Beseitigung vorhandener Deformationen durch Anpassung der Wasserwerte ist nicht zu erwarten. | |
Ein gezielter Versuch im gleichen Becken ohne Besatz und 100% Frischwasser ergab innnerhalb von 3 Wochen eine Verdopplung von KH auf 9° und GH auf
15° bei pH 7. Durch Einbringung einer Sepiaschale dürften ähnliche Ergebnisse erzielt werden.
Bei "weicherem" Ausgangswasser kann also die erfolgreiche Pflege von "härterem" Wasser gewohnten Tieren durch entsprechende Zugabe ausreichendender Mengen
kalkhaltigen Materials durchaus erfolgversprechend sein.
Stand: 19.04.2001