Aufbau einer Aquarienanlage

In diesem Artikel stelle ich meine Aquarienanlage und die verwendete Technik vor. Bedingt durch meinen Umzug im Sommer 2003 war ich gezwungen, entweder meine bisherigen 12 Aquarien mit zusammen 900 Litern Volumen quasi eingerichtet in die neue Wohnung zu transportieren oder mir passend zum neuen Aquarienzimmer eine Anlage zuzulegen, die auf den Platz und die Möglichkeiten abgestimmt, alle meine Vorstellungen erfüllt und natürlich maximal ausgelegt ist. Noch Fragen, wofür ich mich entschieden habe?

Aquarienanlage
An der vorgesehenen Wand hatte ich ca. 3 m in der Breite und 50 cm in der Tiefe Platz. Da sich die Wohnung bei der Besichtigung mitten in der Renovierung befand und mein Vermieter bzw. Vermieterin so nett waren, mir ein Waschbecken und einen Abfluss ins Aquarienzimmer zu legen, reduzierte sich die verfügbare Breite auf etwas über 2,50 m. Somit bestellte ich eine Aquarienanlage mit zwei Regalen aus Aluminium-Vierkantstangen bei MAT Aquarientechnik. Es sind sechs Aquarien mit den Maßen 125 x 50 x 35 cm (B x T x H) und somit einem Gesamtvolumen von etwas mehr als 1.300 Litern. Vier Aquarien sind mit jeweils drei Trennscheiben in vier Abteile geteilt, zwei Aquarien mit je einer Scheibe in zwei Abteile. Jedes Abteil hat zwei Deckscheiben, die in Laufleisten übereinander geschoben werden können.

Carbonit Filter Wasserablauf
Jeweils zwei Abteile sind durch eine mit einem Kunststoffgitter verschlossenen Loch verbunden und haben ein gemeinsames Überlaufrohr, wodurch der Wasserstand maximal 32 cm betragen kann. Das Überlaufrohr befindet sich hinter der einen Filtermatte (siehe Filterung), wodurch Tiere bzw. Schwimmpflanzen aus dem Aquarium nicht hinweg gespült werden können. Die Überläufe werden über 4 cm Plastikrohre zusammen in den Abfluss geführt. Durch dieses Prinzip muss für Wasserwechsel nicht erst Wasser abgelassen und dann wieder aufgefüllt werden. Auffüllen reicht, denn überschüssiges Wasser fließt über den Überlauf wieder ab.

Frischwasserfilterung
Jetzt wissen wir, wie überschüssiges Wasser abgeführt wird, aber noch nicht, wo es denn herkommt. Da ich Zwerggarnelen und Krebse züchte, die sehr empfindlich auf giftige Rückstände wie Kupfer und Blei im Leitungswasser reagieren, und ich bei den Wasserleitung in unserem Mietshaus von neuen und alten Kupferleitungen evtl. sogar Bleileitungen ausgehen kann, habe ich einen Adsorptionsfilter (Adsorption: Anlagerung an eine Oberfläche) installiert. Ich verwende den CARBONIT Monoblock Multifunktion (siehe www.carbonit.de) mit Filterpatrone CARBONIT NFP Premium mit einer Filterfeinheit von < 0,45 µm. Die Durchflussmenge liegt bei ca. 2 Liter pro Minute, was bei dem Zeitbedarf für manuelle aber auch automatische Wasserwechsel zu beachten ist, denn pro Stunde bedeutet das lediglich 120 Liter. Gekauft habe ich den Filter bei Zoo Zajac (siehe www.zajac.de). Angeschlossen werden kann normale Verrohrung über ein 3/4" Gewinde mit entsprechenden Wasserhähnen und zusätzlich über Gardena-Anschluss die passenden Schläuche.

Schlauchabzweigung zum Aquarium mit Tropfdüse Verteiler für den Wasserzulauf Wasserzulauf
An den Filter habe ich für die Wasserzufuhr mit GARDENA-Technik angeschlossen. Die Wasserwechsel sind automatisiert über eine Zeitschaltuhr. Dreimal täglich läuft jeweils eine Stunde kaltes Frischwasser in jedes Aquarium. Für die Verteilung des Wassers auf die einzelnen Becken wird Verlegerohr 13 mm (½") mit entsprechenden Verteilern verwendet. Für die Regulierung der Wassermenge werden je Doppelabteil Endtropfer mit 4 l/h verwendet (große Doppelabteile je ein 4 l/h und ein 2 l/h Endtropfer), d.h. pro kleinem Abteil 6 Liter und je großem Abteil 9 Liter täglich. Das bedeutet, täglich werden ca. 10% des Wassers automatisch gewechselt. Durch die Endtropfer mit langsamen Zufluss von Frischwasser wird im Winter vermieden, dass das Aquarienwasser beim Wasserwechsel zu stark abkühlt. Die CARBONIT Filterpatronen sind auf einen Durchfluss von ca. 10.000 Litern ausgelegt, was abhängig von der Verunreinigung des zu filternden Wassers schwanken kann. Legt man die obigen Angaben zugrunde, benötige ich im Monat ca. 4.000 Liter Frischwasser. Das bedeutet, die Filterpatronen sollten ca. 2,5 Monate halten. Weil ich natürlich zusätzlich noch Wasser, u.a. für mein 540 Liter Wohnzimmeraquarium, benötige, reduziert sich diese Zeit. Im Moment reicht eine Patrone für ca. 4 bis 6 Wochen, was auch zeigt, dass diese Filterung wegen des verunreinigten Wassers wohl nötig ist.

Schläuche zum Hamburger Mattenfilter Filterung
Jedes Abteil hat seinen eigenen Hamburger Mattenfilter mit einem Mattenvolumen von 3.500 cm³ (10 x 10 x 35 cm). Über Steigrohr mit Sprudelstein wird das Wasser von hinter der Matte durch die Filtertrennscheibe wieder ins Aquarium befördert. Dadurch wird das Wasser zusätzlich mit Sauerstoff angereichert und, da der Auslauf auf Wasserstandshöhe ist, wird die Bildung einer Kahmhaut verhindert. Die Verteilung der Luft erfolgt wieder über ½" Verlegerohre. Um die Luftmenge genau einstellen zu können, werden entsprechende Regulierventile verwendet. Die Luft bringt ein Luft-Kompressor.

Beleuchtung
Die Beleuchtung ist gezielt einfach gehalten mit je einer 36 Watt Tageslichtröhre pro Aquarium, da die Bepflanzung sich vornehmlich auf Javamoss und Anubias beschränkt. Zur besseren Lichtausbeute und um nicht selbst bei der Betrachtung der Aquarien geblendet zu werden, verwende ich Aluminium-Reflektoren, die auf die Röhren gesteckt werden.

Fazit
Der so gewählte Aufbau mit Becken und Technik hat sich erfolgreich bewährt. Allerdings würde ich beim nächsten Mal auf jeden Fall die Abteile getrennt halten und nicht zwei zusammen, auch wenn das wegen zusätzlicher Bohrung und Überlaufrohre teurer wird. So ist es bei eventuellem Auftreten von Hydra und Planarien jetzt den Parasiten möglich, von einem Abteil ins andere zu wechseln. Sogar ein kleiner Zwergfadenfisch hat es durch den Filter ins Nachbarabteil geschafft, was ich nie gedacht hätte.
Dass sich keine kleinen Garnelen von einem in das Parallelbecken bewegen, was sie sehr gut schaffen, kann man mit zusätzlichem dünnen Stoff (z.B. feiner Kescher) auf dem "Beckentrennungsrost" erreichen.

Sie werden sich abschließend noch fragen, was mich der Spaß gekostet hat:
Aquarienanlage mit Luft-Kompressor ca. 2.250 €, Filter mit Patrone ca. 175 €, Belüftung plus Wasserwechselsystem ca. 175 €; zusammen 2.600 €. Pflanzen, Wurzeln, Kies und Tiere: man genießt und schweigt J

Ich hoffe, mit meinem Artikel auch für Sie ein paar Anregungen und Lust auf eine neue Anlage gemacht zu haben.

16.07.2004 © Kai A. Quante, webmaster@wirbellose.de